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Mikrowelle, Charakteristik und Anwendungen
Die Mikrowellenerwärmung stellt einen Spezialfall des Energieübertrags
dar. Im Gegensatz zur konvektiven Beheizung, bei der die Wärmemenge
dem Gut von außen zugeführt wird und durch dessen Wärmeleitfähigkeit
innerhalb des Gutes verteilt wird (Oberflächenheizung), entsteht
die Wärme bei der Mikrowellenerhitzung im Gut selbst (Volumenheizung).
Bei einer Mikrowellenfrequenz von 2450 MHz, die neben 915, 5800 und 22125
MHz von den Behörden für internationale Kommunikation zugelassen
sind, wechselt das elektrische Feld seine Polarität periodisch. Das
zugehörige Magnetfeld trägt nicht zur Erwärmung bei. Polare
Moleküle wechseln infolge des oszillierenden elektrischen Feldes
zwischen geordnetem und ungeordnetem Zustand. Dieses bewirkt eine Rotationsanregung
von Dipolen und eine Molekularbewegung durch die Wanderung der Ionen und
führt so zu einer enorm raschen Aufwärmung von Dielektrika durch
intermolekulare Reibung.

Eine zu untersuchende Probe, beispielsweise bestehend aus Salzen und polaren
Molekülen stellt ein solches Dielektrika dar. Die Durchdringung von
mikrowellentransparenten Stoffen wie Glas oder Kunststoffen (Teflon) ist
unendlich groß, diese Stoffe sind somit als Behältermaterial
ideal einzusetzen. Die Mikrowellenstrahlung wird mit Hilfe eines Magnetrons
(Hauptbestandteile: Hochvakuumdiode und Magnetsystem) erzeugt, induktiv
ausgekoppelt und dann über ein koaxiales Leiterstück sowie einen
Wellenleiter als elektromagnetische Welle in den Ofenraum geleitet. Um
das Magnetron bei Dauerbetrieb durch die reflektierten Strahlen vor der
Zerstörung zu schützten, verfügen die Laborgeräte
über einen von CEM patentierten Isolator.
Die Steuerung des Magnetrons und somit die Zuführung von Mikrowellenenergie
erfolgt in Abhängigkeit vom Verhalten der Probe im Mikrowellenraum.
Zwischen der Probe und dem Mikrowellengerät wird eine Korrespondenz
mit Sensoren (Temperatur, Druck...) aufgebaut. Die in den unterschiedlichen
Laborgeräten integrierte Software ermöglicht durch die Steuerung
des Magnetrons das Erreichen von exakten Temperaturen und vermag konstante
Temperaturen über längere Zeiträume zu halten. Diese Kontroll-
und Steuerungssysteme bewirken zum einen eine Reproduzierbarkeit sowie
Standardisierung der Reaktionsbedingungen und zum anderen sind sie zentrale
Bestandteile des integrierten Sicherheitssystems in den CEM-Laborgeräten.
Hier liegen auch die großen Unterschiede gegenüber modifizierten
Haushaltsmikrowellengeräten, d. h. Mikrowellenöfen, die z. B.
nur über eine externe Steuerung außerhalb des Gerätes
verfügen.
Labormikrowelleneinheiten sind im Gegensatz zu Haushaltsmikrowellengeräten
gekennzeichnet durch: eine robuste Konstruktion, eine Vielzahl von Sicherheitseinrichtungen,
integrierte Steuerungen zur Druck- und Temperaturregelung, teflonbeschichtete
Ofenauskleidung, Auslegung für den Dauerbetrieb (d. h. elektronisch
hochwertige Bauteile), den Reaktionen angepaßte Behältertechnologie...
etc.
Funktion eines Magnetrons
Unten sieht man die schematische Darstellung
eines Magnetrons. Es sind die Kammern der Hohlraumresonatoren zu erkennen,
in deren Mitte die Glühkathode, die Heizanschlüsse und die Antenne
zur Auskopplung zu erkennen. Am einfachsten lässt sich die Funktion
eines Magnetrons mit der einer Pfeife vergleichen. Wenn in der Pfeife
ein Luftstrom über eine scharfe Kante streicht, entsteht im Pfeifenkörper
eine Schwingung. Im Magnetron wird ausgehend von der Glühkathode
ein Elektronenstrom erzeugt, der durch das Magnetfeld der beiden Ringmagnete
in eine kreisförmige Bahn umgelenkt wird. Dabei streichen die Elektronen
entlang der Schlitze in der Anode und regen Schwingungen in den Resonatorkammern
an.
Um die Güte der Mikrowellenverteilung zu überprüfen, bietet
sich ein einfaches kleines Experiment an, welches aus Sicherheitsgründen
ausschliesslich in Labor-Mikrowellengeräten durchgeführt werden
darf.
Dazu wird eine Leuchtstoffröhre auf den Boden der Mikrowellenkammer
gelegt und mit 300 W Mikrowellenleistung bestrahlt. Das Resultat ist im
Bild zu sehen, wo wir eine runde Leuchtstoffröhre ins Mars gelegt
haben. Durch die Anregung der Mikrowellenenergie leuchtet die Röhre
gleichmässig (kontinuierlich) hell ohne zu flackern. Moderne Mikrowellen-Laborgeräte
werden mit kontinuierlicher, ungepulster Mikrowellenstrhalung betrieben.
CEM hat hierfür ein besonders Verfahren patentieren lassen.
In Haushalts- und Gastronomie-Mikrowellengeräten
ist häufig ein Flackern oder ein ungleichmässiges Leuchten der
Leuchtstoffröhre zu beobachten. Dieses deutet dann auf eine ungleichmässige
Mikrowellenverteilung ("Mikrowellen Chaos" und "stehende
Wellen") und einen gepulsten Mikrowelleneintrag hin.
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